Wie kann ich meine Mitarbeiter und Kollegen dazu bringen, selbstständig, vorausschauend und engagierter zu arbeiten? Gerade im Dienstleistungssektor entscheidet sich in der Motivation der Mitarbeiter der geschäftliche Erfolg. Viele Betriebe haben das lange erkannt und stellen in diesem Zusammenhang oft folgende Frage: „Ist ein motivierter Mitarbeiter ein Glücksfall, oder kann ich als Führungskraft für ein motivierendes Umfeld im Betrieb sorgen?

In diesem kurzen Beitrag bekommen Sie Antworten auf diese Frage. An konkreten Beispielen sehen Sie, was Führungskräfte in anderen Betrieben zur Erhöhung der Mitarbeitermotivation planen und umsetzen.

Grundsätzlich gibt es viele Ansatzpunkte zur Erhöhung der Mitarbeitermotivation, die sich in folgende drei Schichten unterteilen lassen.

  1. Schicht: Grund- und innere Motivation (wesentliche Arbeitsbereitschaft eines Mitarbeiters)
  2. Schicht: Arbeitsmotivation (resultiert aus Arbeitsplatz und Aufgabenbereich)
  3. Schicht: Gruppenmotivation (Zusammenarbeit im Team)

Diese drei Schichten sind bei jedem Mitarbeiter unterschiedlich stark ausgeprägt. Das erklärt, warum Maßnahmen zur Motivationssteigerung bei einem Mitarbeiter wirken und bei einem anderen nicht. Es gilt also an möglichst vielen Stellen motivierende Rahmenbedingungen zu schaffen. Und da es sich bei dem Thema „Motivation“ um einen Prozess handelt, sind nicht nur einmalige Aktionen erforderlich.

 

  1. Schicht: Grund- und innere Motivation
  • Sicherheit (Versicherungsdienstleistungen, Kündigungsschutz)
  • Familien- und Lebenspartnereinbezug (Kindertagesstätte, Sonderferien, Arbeitszeitenregelung)
  • Materielles und Eigentum (Lohn, Lohnnebenleistungen, Einkaufsvergütungen)
  • Gewinnbeteiligung
  • Einführung variabler Dienstzeiten des Reinigungspersonals ( dadurch auch körperliche Entlastung für die Mitarbeiter)
  • Selbstbestimmung (Flexible Arbeitszeiten, Home Office, freie Wahl des Arbeitsortes)
  • Überprüfung von möglichen Arbeitszeitmodellen (z.B. Zeit ansparen, Sabbatical)
  • Herstellung von mehr Lohngerechtigkeit im Unternehmen
  • Weiterentwicklung der Mitarbeiter (Personalentwicklung, Aufstiegsmöglichkeiten, Laufbahn- und Karriereberatung)

 

  1. Schicht: Arbeitsmotivation

Ziele

  • Konkrete Ziele werden mit den Mitarbeitern vereinbart
  • Unternehmungsziele werden mit den Mitarbeitern besprochen, die Jahresziele werden Anfangs des neuen Jahres den Mitarbeitern vorgestellt
  • Es wird ein Informationsblatt erstellt, auf dem die Mitarbeiter monatlich über Belegungszahlen, Umsatzzahlen, geplante Veränderungen, Vorstellung von neuen Mitarbeitern, Mitarbeiter des Monats etc. informiert werden
  • Erarbeitung eines neuen Unternehmensleitbildes (gemeinsam mit den Mitarbeitern)

 

Delegation von Aufgaben

  • Konsequente Delegation: Übertragung von Aufgaben zur selbstständigen Erledigung
  • Projekt, z.B. Messen in die Verantwortung des Mitarbeiters übergeben
  • Delegieren der Zuständigkeitsbereiche in wöchentliche Mitarbeitermeetings bzw. Mitarbeitergespräche und /oder Abteilungsleitermeetings

 

Anerkennung der Leistungen

  • Anerkennung durch kleine persönliche Geschenke
  • Eigenen Firmenwagen nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit
  • Mitarbeiter des Monats (Würdigung)
  • Als Lob: Gutscheine für Restaurant, Hotel oder Spa
  • Zusätzlich zum Weihnachtsgeld halten wir für unsere Mitarbeiter immer eine kleine zusätzliche Überraschung bereit
  • In diesem Jahr schenken wir unseren Mitarbeitern zusätzliche Heimatgutscheine.
    Diese können in den verschiedensten Geschäften, bei Winzern, beim Juwelier, im Kulturhaus, in Kosmetikbetrieben einlösen
  • Geburtstagsgeschenk für Mitarbeiter
  • Essen für Zwei – besondere Leistungen oder zusätzliches Engagement werden mit einem 50 € Gutschein für ein Essen für Zwei honoriert

 

Kommunikation & Feedback

  • Durchführung von Mitarbeitergesprächen (feste, regelmäßige Termine festlegen)
  • Regelmäßige Lob- und Kritikgespräche
  • Mitarbeitergespräche zur besseren Orientierung und Motivation der Mitarbeiter durchführen, die auf den regelmäßigen Aufzeichnungen der Führungskraft beruhen. Darauf basieren monatliche Bonuszahlungen.
  • Umfrage oder Aufnahme der Frage „Was motiviert und was demotiviert mich?“ in das jährliche Mitarbeitergespräch

 

Verbesserungsmanagement

  • Briefkasten für Verbesserungsvorschläge d. Mitarbeiter aufbauen
  • Gute Ideen der Mitarbeiter sollen belohnt werden. Für umgesetzte Ideen sollen die Mitarbeiter eine Finanzielle Anerkennung bekommen.
  • Bilden einer Projektgruppe zur Thematik „Motivation von Mitarbeitern“: 1) Erfassung des IST-Zustandes und Aufzeigen bereits bestehender Motivationsmittel; 2) Bedarfsanalyse (MA werden nach Motivationsmöglichkeiten gefragt, z. B. in der Mitarbeiterzeitung); 3) Seminar „Mitarbeiter-Motivation“; 4) Innovationen fördern; 5) …

 

  1. Schicht: Gruppenmotivation
  • Sozialer Kontakt (Anlässe, sportliche Aktivitäten)
  • Betriebsausflüge/gemeinsame Veranstaltungen – regelmäßige Städteausflüge, gemeinsames Adventskranzbinden, Kinderweihnachtsfeier für Mitarbeiternachwuchs
  • Einführung verschiedener Aktivitäten speziell für Mitarbeiter (Seminare, Team-Events, etc.)
  • Teambuilding Maßnahmen einführen wie z.B. „After-work Treffen“, Teambuilding Event

 

Matthias Grünberg & Christin Meise